Standorte des Wissens

Flyer
von Anja Döllinger, Magdalena Hanáčková, Mizuki Makazawa, Florian Stiboller

Die Auseinandersetzung mit den Standorten des Wissens hat die Grundlage in dem Begriff Life Genre von Lauren Berlant und in dem Ziel des Seminars, das Studieren als ein Life Genre zu verstehen. Berlants Theoriebildung bezieht sich auch auf Affekttheorie, die sich mit Momenten der Erinnerung im Leben beschäftigt. Leben selbst wird dann zum Genre. Auch diesen Ausgang reflektiert das Projekt Standorte des Wissens. Eine Möglichkeit die Affekte zu sehen, zu spüren und zu bilden und durch das bestimmte Genre auch gestreut werden zu können.

Die Entscheidung, sich mit Räumen an der Universität spezifisch zu beschäftigen und sie weiterzudenken, ist kein Zufall. Die Räumlichkeiten wurden im Seminar immer wieder besprochen und spielen eine wichtige Rolle für das Life Genre. Es sind Orte, die Realität und Fantasie verbinden. Sie tragen zum Potenzial der Einbildungskraft, Repräsentation und Funktionalität bei.

Abb. 1: Flyer „Standorte des Wissens“.
Abb. 2: Flyer „Et in Arcadia ego“ im Ubahn-Plan-Design.

Für Berlant ist auch die Bedeutung von Erwartung beim Life Genre wichtig. Die Erwartungshaltung ist auch in dem Flyer Standorte des Wissens zu erkennen, in dem diese kritisch zu sehen ist, und sie aktiv und bewusst bekämpft wird und demnach das Subjektivierungspotenzial zerstört. Das Versprechen dieses Flyers, ebenso der Begleittext, steht im Gegensatz zu den beigesetzten Fotografien.

Abb. 3: Flyer „Zwischenräume“ und „Lift me up!“.
Abb. 4: Flyer „Bibliothek“ und „Student Space“.

Wir wollen mit unserem Flyer Orte des Studierens zeigen, die oftmals von der Universität selbst romantisiert werden. Mit Ironie und Parodie haben wir uns Orte unseres Instituts ausgesucht, die eigentlich zum Lernen oder Weiterbilden gedacht sind. Diese Orte sind mit der Zeit gealtert und trostlos geworden. Daher die perfekte Kulisse für unsere Fotos. Jedes Bild hat einen Begleittext, der alles beschreibt, nicht nur das, was am Bild zu sehen ist. Dieser Flyer ist mit Humor zu nehmen und soll zeigen, dass schöne, ästhetische Orte sehr wohl zu einem Studierenden Genre beitragen würden.